Samstag, 4. März 2017

Einkorn-Kuchen mit Teff, Birne & Zimt [Gesunde Alternativen zu Weizenmehl]

Wie sehr ich mich freue, dass ich euch wieder eine (oder genauer gesagt, sogar zwei!) neue Zutaten vorstellen kann! :)
Neu sind die beiden Getreidesorten jedoch ganz und gar nicht, nur in der heutigen Ernährung sind sie vom Weizen stark verdrängt worden und auch auf meinem Blog ist noch kein Rezept mit ihnen vorhanden.

  Die Rede ist von Einkorn und Teff.
Zum Einkorn
Einkorn ist sozusagen die Urform des Weizen. Früher war Einkorn fester Bestandteil der Ernährung. Da er aber längst nicht so ertragreich ist wie der heutige hochgezüchtete Weizen, zeigen viele Getreideproduzenten Einkorn die kalte Schulter. Seit einigen Jahren ist das Urgetreide langsam wieder im Anmarsch. Im Supermarkt findet man das sehr nährstoffreiche Urkorn aber leider noch nicht. 
Der Unterschied zu Weizen (den auch Dinkel und Emmer haben) ist sind die Spelzen, die das Getreidekorn umgeben. Diese benötigen nämlich einen weiteren Schritt in der Verarbeitung, also das Entspelzen.
Diese Urformen haben aber den Vorteil, dass sie sehr robust sind und auf nährstoffarmen Böden wachsen, auf den der Weizen nicht gut gedeihen könnte. Durch die Robustheit des Urgetreides kann auf chemische Pflanzenschutzmittel weitgehend verzichtet werden, sodass sie gut in den biologischen Landbau passt.

Einkorn ist deutlich eiweißreicher als Weizenmehl. Es enthält mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe. Außerdem ist es reich an Carotinoiden (sekundärer Pflanzenstoff, ebenfalls sehr wichtig für eine gesunde Ernährung, der auch in Möhren und Süßkartoffeln enthalten ist). Durch das Carotin weist das Mehl eine gelbliche Farbe auf. Dieses ist jedoch eher bei der Auszugsvariante sichtbar, bei der Vollkornvariante kommt der gelbliche Ton weniger zum Vorschein.

Einkorn ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Sein Geschmack ist mild-nussig, sodass man prima süße Gebäcke wie Rührkuchen, Mürbeteigkekse & Waffeln damit backen kann.
Einkorn ist nicht glutenfrei. Im Gegenteil es enthält sehr viel Gluten ("Klebeeiweiß").
Zum Teff
Teff stammt aus Äthiopien und gehört zur Familie der Süßgräser. Da es als das kleinste Getreide der Welt gilt, ist es auch unter dem Namen Zwerghirse bekannt. 
Obwohl es glutenfrei ist, besitzt es gute Backeigenschaften und ist vielseitig einsetzbar. Es ist nur in der Vollkornvariante erhältlich und enthält somit viele wichtige Vitamine & Mineralstoffe sowie Eiweiß. 

Ich betone hier schon zum zweiten Mal den hohen Eiweißgehalt. Viele wissen, dass Milchprodukte und Fleisch gute Eiweißlieferanten sind. Da kommt Getreide nicht immer ran. Aber es kommt nich nur auf Eiweißmenge an, sondern auch deren Ursprung. Heutzutage ist der Mischköstler (also jemand der alles isst) eher zu viel Eiweiß tierischen Ursprungs. Ernährungsexperten empfehlen jedoch, zwei Drittel der Eiweißzufuhr am Tag durch pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte oder eben Vollkornprodukte zu decken und nur ein Drittel aus tierischen Produkten wie Fleisch, Käse und Milchprodukte. Um die biologische Wertigkeit von pflanzlichen Eiweiß zu erhöhen, sprich, es besser in körpereigenes (Muskel-)Eiweiß umzuwandeln, sind gute Kombinationen von pflanzlichen Lebensmitteln auszuwählen.

Neben diesen hochwertigen Kohlenhydraten aus dem vollen Korn und Ballaststoffen, hat Teff auch nennenswerte Mengen an Kalium und Magnesium zu bieten. 
 Falls ihr noch kein Einkorn im Handel gesehen habt, fragt bei einem Vollwertbäcker oder Biobäcker nach, ob sie solche Brote im Sortiment haben. Oft verkaufen diese Bäckereien dann auch das Mehl an Verbraucher wie uns. Ich habe das Mehl von einem Bioland-Dinkelbäcker aus der Region geholt. Weitere Bezugsquellen können der Naturkosthandel (Reformhaus) sein oder das Internet.
Rezept angelehnt an Carrots for Claire

Zutaten für eine kleine Kranzform:
150 g Einkorn-Vollkornmehl
40 g Teffmehl
1 Prise Salz
1/2 TL (Weinstein-)Backpulver
1 großzügige Msp Zimt (Ceylon)
Mark einer Vanilleschote
60 g Rohrzucker (Original: 50 g Kokosblütenzucker)
2 Eier
100 ml Milch
75 g Rapsöl (Original: 100 g Butter oder Kokosfett)
1 Birne 

Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
Zuerst die trockenen Zutaten miteinander vermischen. Anschließend Rapsöl, Eier und Milch dazugeben und mit einem Handmixer kurz auf höchster Stufe verrühren.
Die Birne schälen (oder einfach waschen), in mundgerechte kleine Stücke schneiden und unter den Teig heben mit einem Teigschaber.
Den Teig gleichmäßig in eine gefettete Kranzform füllen und bei 180°C Ober-/Unterhitze für 30 Minuten backen. Wenn bei der Stäbchenprobe nichts mehr am Holz haften bleibt, ist der Kuchen gar.
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Kommentare:

  1. Der Kuchen sieht soooo lecker aus, so schön saftig! Ich habe hier leider noch keine der beiden Mehle entdeckt, würde sie aber gerne mal probieren!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Vielen Dank, Krisi!
      Teffmehl habe ich im Reformhaus gefunden, vielleicht wirst du ja dort fündig? :)

      Liebe Grüße,
      Patricia

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  2. Liebe Patricia, ich muss gestehen, ich habe etwas weder von Einkorn noch von Teff gehört. Ich werde mal Ausschau halten, vielleicht finde ich welches.
    LG, Diana

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    1. Liebe Diana,
      im Supermarkt habe ich diese beiden Mehle auch noch nicht gefunden. Aber wie o.g. das Einkornmehl hat vielleicht ein Bio-Bäcker und das Teffmehl habe ich in Reformhäusern öfters gesehen :)

      LG Patricia

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